Digitalisierung im Verein – die fachliche Exzellenz

Unsere Vereinsakteure gehen das Thema Digitalisierung im Verein nun seit einigen Wochen schrittweise an. Julia und Tom haben sich umgeschaut, welche Kosten auf den Verein zu kommen werden. Obwohl Julia viel lieber von Investitionen spricht. Das mag Tom der Zahlenmensch nicht so gern, aber wer kann Julia schon widerstehen. Beide sitzen noch zusammen, da sagt Julia: „Wenn wir schon so gut im Flow sind, dann lass uns doch mal schauen, welches Wissen und welche Kompetenzen wir in unserem Verein brauchen und wie wir es fördern können?“

Die fachliche Exzellenz

Julia ist im wahren Leben als leidenschaftliche Personalentwicklerin unterwegs und tauscht sich gern und regelmäßig mit Falk aus. Er ist der Meinung, dass sich Personal- und Organisationsentwicklung nicht trennen lassen. Es ist mehr als sinnvoll, beide Spielfelder miteinander zu verknüpfen. Schon deshalb, weil sie in einer Wechselwirkung stehen. Gute Kompetenzen fördern die Gestaltung der Arbeitsabläufe. Gute Arbeitsabläufe fördern die Entwicklung des Vereins. Um sich weiter zu entwickeln, müssen sich die Kompetenzen und das Wissen auch weiterentwickeln. Ein spannender Kreislauf. So bleiben die handelnden Personen handlungs- und zukunftsfähig. „Was nützt uns die Digitalisierung, wenn wir mit den Medien nicht umgehen können?“ sagt Julia mit voller Überzeugung. Eine Organisation ist immer eine lernende Organisation. „Also müssen wir unseren Wissensrucksack immer weiter füllen.“ meint Tom. „Dabei wird er noch nicht mal schwerer.“ ergänzt er grinsend.

Wissens- und Kompetenzfelder

„Ich habe mir Gedanken gemacht und unsere Wissens- und Kompetenzfelder für unseren Verein auf einer Wissenslandkarte festgehalten. Das macht sich sehr gut und lässt sich schnell erstellen.“ sagt Julia.

Wissens- und Kompetenzlandkarte
Wissens- und Kompetenzlandkarte

„Was bedeuten die blauen und orangen Figuren?“ fragt Tom. „Die blauen Figuren zeigen uns, dass wir dort schon Wissen und Kompetenzen aufgebaut haben und es weiterentwickeln können. Bei den orangen ist weniger Wissen vorhanden oder wir beginnen gerade damit Wissen und Kompetenzen aufzubauen.“ antwortet Julia. „Ich bin doch in der digitalen Welt fit“ sagt Tom „dann müsste doch bei Digitalisierung noch eine blaue Figur hin.“ „Richtig Tom“ stimmt Julia zu „jedoch können wir nicht nur von dir ausgehen. Wir müssen schauen, wie es bei uns allen aussieht. Tja, und du weißt selbst, dass wir hier noch einiges zu tun haben.“ Tom nickt zustimmend und überlegt. „Und jetzt?“ fragt er. „Jetzt haben wir es sichtbar gemacht und können schauen, welche Maßnahmen wir angehen können“ sagt Julia.

Entwicklung aus eigener Kraft

„Welche Maßnahmen schlägst du vor?“ fragt Tom. „Keine“ antwortet Julia. „Keine?“ fragt Tom erstaunt. „Ja, keine. Ich möchte es nicht einfach vorgeben oder bestimmen. Lass uns bei der kommenden Vorstandssitzung darüber sprechen. Ich möchte auch das Vera wieder dabei ist. Sie kann gut einschätzen, was unsere Vereinsmitglieder brauchen. Es geht nicht nur darum, was wir für unsere Vorstandsarbeit benötigen, sondern wir als Verein insgesamt. Vielleicht haben wir Kompetenzen oder Wissen im Verein, von denen wir gar nichts wissen. Vielleicht kann jemand von uns einen Workshop anbieten oder kennt ein gutes Seminarangebot oder einen tollen Trainer? Auch das ist Personal- und Organisationsentwicklung. Die Entwicklung aus eigener Kraft. Und wenn etwas fehlt, finden wir bestimmt tolle Angebote. Da bin ich mir sicher. Lass uns in den kommenden Haushaltsplan ein festes Investitionsbudget für Personalentwicklungsmaßnahmen aufnehmen. So hast du als unser Zahlenfuchs Planungssicherheit. Was hältst du davon?“ „Das klingt nach einem Plan“ antwortet Tom zustimmend. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele tolle Ideen wir entwickeln können.“ sagt Tom. „Ja, das liegt daran, weil uns unsere Kollegen vertrauen.“ sagt Julia. „Das fühlt sich gut an.“ stimmt Tom ihr zu.

Fazit

Die Digitalisierung nimmt uns nicht das denken ab. Arbeitsabläufe, Kommunikation, das ganze Miteinander erfordern Wissen und Kompetenzen. Die gilt es zu erhalten, weiter zu entwickeln und neu zu lernen. Dazu gehört auch sich von alten Gewohnheiten zu trennen. Das Verlernen ist ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung. Personalentwicklung gehört im Verein zu einer Aufgabe, die in Zukunft immer wichtiger wird.

Quellverweis
Moderne Vereinsorganisation, Vereinmanagement leicht gemacht, 2018, Falk Golinsky, ISBN: 978-3-662-56458-5 , Kapitel 9 – Der Mensch im Verein, 9.2.4 Personalentwicklung

Moderne Vereinsorganisation, Vereinsmanagement leicht gemacht, 2018, Falk Golinsky, ISBN: 978-3-662-56458-5, Kapitel 12 – Methoden für Ihre Vereinsentwicklung, Professionalität mach den Unterschied, 12.7 Wissensmanagement