Digitalisierung im Verein – die vernetzte Community

Nun ist es mittlerweile schon ein paar Monate her, als unsere Vereinsakteure angefangen haben nicht nur über die Digitalisierung zu reden, sondern sie auch zu leben. Zu Beginn war alles irgendwie neu und doch vertraut. „Schließlich nutzen wir bereits die digitalen Medien.“ sagte Ron gern. Doch hinter der Digitalisierung steckt viel mehr als nur Software oder W-Lan. Es geht um die Art und Weise wie wir zusammenarbeiten. Dafür bietet die heutige Zeit tolle Möglichkeiten. Der Trick dabei ist, herauszufinden was uns wirklich voranbringt. Dafür gibt es leider kein Patentrezept. Unsere Vereinsakteure haben das Glück einen Agile Coach in ihrem Netzwerk zu haben, der ihnen in der Anfangsphase mit Rat und Tat zur Seite stand. „So langsam haben wir allein laufen gelernt.“ sagt Sylvia stolz im letzten Vorstandsworkshop.

Was hat sich den nun verändert?

Unsere Vereinsakteure haben für sich selbst folgenden Rahmen entwickelt und leben ihn:

  • Digitale Tools unterstützen unsere Zusammenarbeit.
  • Digitale Tools geben uns mehr zeitlichen und räumlichen Spielraum.
  • Digitale Tools professionalisieren unseren Verein.
  • Digitale Tools ersetzt nicht unsere echte Kommunikation.

Damit hat sich der Umgang und das Denken zum Thema Digitalisierung gewandelt. „Uns ist bewusst, dass die Digitalisierung uns nicht ändert. Wir können jedoch die Möglichkeiten und Chancen immer ein Stück weiter ausloten, um unseren Verein und uns weiterzuentwickeln. Das ist es, was mich an der Digitalisierung wirklich reizt.“ sagt Julia.

Die vernetzte Community

Sylvia und Ron in Kassel
Sylvia und Ron in Kassel

Sylvia und Ron sind an diesem Wochenende in Kassel. Sie vertreten ihren Verein auf einer Klausurtagung ihres Bundesverbandes. Aus ganz Deutschland sind die Teilnehmenden angereist. Die meisten kennen sich bereits seit vielen Jahren. Es bestehen gute Beziehungen und ein partnerschaftliches Miteinander. Ron ist zum ersten Mal dabei und sofort angetan. „Wow, alle sind so offen hier. Es ist wie eine große Familie. Das erlebst du auch nicht alle Tage.“ sagt Ron zu Sylvia. „Ja das ist eine große Community, die eben an einem Strang zieht. Zumindest die meisten.“ antwortet Sylvia.

Was im Laufe der Tagung schnell klar wird, ist, dass auch hier die Digitalisierung immer wieder eine Rolle spielt. Ron berichtet von seinen Erfahrungen mit der Internseite und das sie die ‚Schaltzentrale‘ ist. Es macht ihn stolz, als in der Pause einige zu ihm kommen und nachfragen, wie er es genau macht. „Siehst du Ron, das ist aktiver Wissenstransfer, wie ihn Julia immer predigt.“ sagt Sylvia mit einem Lächeln.

Nach ein paar Tassen Kaffee und leckerem Kuchen geht es weiter. Es steht die Frage im Raum: Wie können wir mehr von einander profitieren? „Lasst und doch unsere Vernetzung stärker nutzen.“ sagt Sylvia. „In den Regionen sind wir bereits gut unterwegs. Lasst uns die Digitalisierung nutzen, um besser zusammenzuarbeiten. Wir müssen doch nicht alle immer das Rad neu erfinden. Vielleicht hat jemand von euch eine Lösung für ein Problem des Anderen. Wir können mehr von einander profitieren, wenn wir stärker unsere Vernetzung dafür einsetzen.“ Sylvia bekommt zustimmendes Nicken.

Der Moderator der Tagung ergänzt: „Wir sind eine Gemeinschaft, die an gemeinsamen Themen arbeitet. Dann lasst uns ab heute nicht einfach nur ein Verband sein, sondern eine vernetzte Community.“ Alle Anwesenden klopfen auf die Tische.

Digitalisierung im Verein - die vernetzte Community
die vernetzte Community

Ron schaut zu Sylvia rüber und sagt: „Du hast dich gerade als kommende Wahlkandidatin beworben.“ „Ach quatsch, du weist doch, dass es mir immer nur um die Sache geht. Alles andere ist schmückendes Beiwerk.“ sagt Sylvia leicht errötet.

Community of Practice

„Jetzt lasst uns Nägel mit Köpfen machen, die digitalen Möglichkeiten nutzen und einen Schritt nach vorne gehen.“ sagt der Gastgeber. „Ich habe vor kurzem einen Artikel über eine Community of Practice (CoP) gelesen. Dabei geht es darum, dass sich Menschen zu einem Themenbereich zusammenfinden und sich regelmäßig austauschen. Dafür wird eine Onlineplattform genutzt. Ich sehe insbesondere zu den Themen Vereinsorganisation ein großes Feld, wo sich der Austausch definitiv lohnt.“

„Ich bin dafür.“ meldet sich Ron. „Wir haben bei uns jemanden im Netzwerk, der uns dabei behilflich sein kann. Des Weiteren möchten wir gern unsere Erfahrungen weitergeben und schauen, wie es bei euch ist. Ich finde es wichtig über den Tellerrand zu schauen und insbesondere von den vielen praktischen Erfahrungen von euch zu lernen.“

Es ist beschlossene Sache, die CoP für den Verband kommt. Ein paar Freiwillige haben sich auch bereits gefunden. Tja, wer den Vorschlag macht, kommt aus der Nummer nicht mehr raus, uraltes Vereinsgesetz.

Fazit

Egal ob Verein oder Verband, es haben sich Menschen zusammengefunden, um gemeinsam an einem Thema zu arbeiten. Dabei ist es mehr eine Community mit verschiedenen Rollen und Aufgaben. Die Digitalisierung macht es möglich, dass räumliche Grenzen für die Arbeit in einer Community keine Rolle mehr spielen. Mit der CoP besteht nun eine Plattform für einen kontinuierlichen Erfahrungs- und Wissenaustausch.

Quellverweis
Moderne Vereinsorganisation, Vereinsmanagement leicht gemacht, 2018 Falk Golinsky, ISBN: 978-3-662-56458-5, das Standardwerk für moderene Vereinsorganisation